Wie beantrage ich eine Pflegestufe?

Wie beantrage ich eine Pflegestufe?

Sei es eine unverhoffte Krankheit, ein Unfall oder eine Erkrankung des Alters - der Pflegefall kann sich schneller ereignen, als man denkt.
Auf einmal treten viele Fragen auf:

 

Wie beantrage ich eine Pflegestufe und wer kann mich dazu beraten?

Ganz wichtig ist es, beim Antrag auf eine Pflegestufe korrekt eingestuft zu werden. Durch Fehler beim Ausfüllen des Pflegestufenantrages kann es möglich sein, dass die Pflegestufe abgelehnt wird.


Wie Sie diese Fehler vermeiden können und wo Sie sich diesbezüglich Hilfe holen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Wann sollte man sich über die Beantragung einer Pflegestufe Gedanken machen?
Sobald Aufgaben auftreten, die bisherig ohne Schwierigkeiten oder fremde Hilfe durchgeführt werden konnten, jetzt aber nicht mehr alleine getätigt werden können, sollte man sich über die Beantragung einer Pflegestufe nachdenken.

 

Dazu kann man folgende Tätigkeiten zählen:

  • Das An- und Ausziehen
  • Die Morgentoilette und Morgendusche /-wäsche
  • Das Gehen innerhalb der Wohnung (Wird hierfür vielleicht schon ein Rollator oder vielleicht ein Treppenlift oder Homelift benötigt?)
  • Die tägliche Versorgung
  • Das Einkaufen oder auch der Gang zum Arzt, Behörde usw.
  • Die Wohnungsreinigung

 

Wo finde ich Unterstützung zur Beantragung einer Pflegestufe?
Bei der Beantragung einer Pflegestufe muss einiges beachtet werden und genau aufgeführt werden. Immer wieder überschätzt sich der Pflegebedürftige und seine Aktivitäten im Alltag und gibt aus diesem Grund unachtsam falsche Werte bei den gestellten Fragen an. In den meisten Fällen bekommen Pflegebedürftige Hilfe von der Familie oder Bekannten. Hinzu kommt das man gewohnt ist, sich zusammen zu reißen und sich nicht zu beklagen. Dadurch kommt es zu einer völlig falschen Einschätzung und zur unvollständigen Beantwortung der gestellten Fragen.

Auch die Angehörigen können in den meisten Fällen den Pflegebedürftigen nicht genau einschätzen und empfinden es für schwer zu wissen, was auf Dauer der zu pflegenden Person zugemutet werden kann. Am besten ist es hierfür ein Pflegetagebuch zu führen, aus dem man erkennen kann, wie viel Zeit die tägliche Pflege in Anspruch nimmt. Nehmen Sie sich beim Ausfüllen des Antrages ausreichend Zeit und scheuen Sie sich nicht fachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen.


Folgende Einrichtungen stehen Ihnen bei der Antragstellung zur Verfügung:

  • Kostenlose Hilfe bei einem Pflegestützpunkt
  • Das Ausfüllen über den Sozialdienst im Krankenhaus (folgende Möglichkeit besteht nur, wenn der Antragsteller sich in einer stationären Behandlung befindet)
  • Das gemeinsame Ausfüllen des Antrages hat den großen Vorteil, dass der Sozialdienstarbeiter fachlich sehr versiert ist und auch über dem Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen besser informiert ist
  • Das Ausfüllen durch den bereits beauftragten Pflegedienst (in diesem Fall können Sie zudem Antrag auf Pflegestufe den vorläufigen Pflegevertrag mit dem Pflegedienst einreichen)
  • Das Ausfüllen des Antrages gemeinsam mit dem Hausarzt

 

Wissenswert:
Der Medizinische Dienst der Pflegeversicherung trifft die Entscheidung nicht immer durch eine persönliche Begutachtung, sondern entscheidet auch nach Aktenlage. Aus diesem Grund sollte ein umfassender Krankenbericht vorhanden sein. In diesem Bericht sollten alle Krankheiten von ihrer Schwere, Dauer und den daraus folgenden Beeinträchtigungen richtig aufgeführt sein. Zudem müssen auch alle Röntgenbilder, Gutachten und sonstige Befunde vorliegen.

  • Reichen Sie deshalb alle Unterlagen gleichzeitig mit dem Antrag auf Pflegestufe ein.

 

Wie kann ich solche Fehler bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst vermeiden?

Bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienstes bekommt der Gutachter nur einen kurzen Einblick in den Alltag des Pflegebedürftigen. Häufig werden in dem kurzen Gespräch nicht alle Probleme angesprochen und der Gutachter erkennt diese nicht sofort. In den meisten Fällen reißt sich die Pflegebedürftige Person zusammen, da er die Situation für sehr unangenehm empfindet und sich nicht blamieren möchte. Durch solch eine Verhaltensweise fällt das Pflegegutachten auch dementsprechend aus.

 

Bereiten Sie sich in dem Fall auf die Begutachtung richtig vor und beachten Sie folgende Dinge:

  • Legen Sie alle Befunde, Röntgenbilder, Atteste und sonstige Berichte vor bzw. auch den bereits vorhandenen Pflegevertrag mit dem Pflegedienst
  • Lassen Sie den Pflegebedürftigen nicht alleine mit dem Gutachter
  • Sollte der Antrag auf Pflegestufe über den Pflegedienst eingereicht worden sein, fragen Sie nach, ob der jeweilige Pflegedienstleiter bei der Begutachtung auch vor Ort sein kann
  • Legen Sie dem Gutachter das bereits geführte Pflegetagebuch vor
  • Zeigen Sie dem Gutachter alltägliche Beispiele, damit er sich ein besseres Bild machen kann
  • Täuschen Sie nichts vor, geben Sie den tatsächlichen Pflegealltag so wieder, wie er auch wirklich ist

 

Wie Sie bereits aus dem Text entnehmen konnten, gibt es einige Dinge zu beachten. Scheuen Sie sich nicht und nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch.
Ihr Hausarzt, die Krankenkassen und die Pflegedienste helfen Ihnen sicherlich gerne weiter.

 

 

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