Neuregelungen in der Verhinderungspflege

Seit dem 01. Januar 2015 gelten neue Regelungen bezüglich der Verhinderungspflege. In der häuslichen Pflege der Angehörigen ist es unmöglich, 24 Stunden rund um die Uhr anwesend zu sein. Damit die pflegebedürftige Person trotz Verhinderung des Pflegenden gut und bestmöglich versorgt wird, kann die Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden.

 

Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt werden?

  • Pflegende Angehörige müssen nicht zwingend einen Grund für die Inanspruchnahme einer Verhinderungspflege angeben. Dennoch gelten folgende Voraussetzungen:

Es muss eine Pflegestufe vorhanden sein (mindestens 0 mit eingeschränkter Alltagskompetenz)

 

  • Der zu Pflegende muss durch eine private Pflegeperson (Angehörige, Freunde) mindestens 6 Monate zuvor betreut worden sein. Der Beginn der Pflegezeit wird meist mit dem Zeitpunkt der Genehmigung der Pflegestufe gleichgesetzt. (Tritt ein erneuter Fall ein, der eine Verhinderungspflege erfordert, entfällt die 6-monatige Wartezeit.)

 

Wie hoch sind die Erstattungen für die Verhinderungspflege?


Wird die Verhinderungspflege durch eine verwandte Person (einschließlich 2. Verwandtschaftsgrad) oder eine in häuslicher Gemeinschaft des Pflegebedürftigen lebende Person ausgeführt, ist die Kostenerstattung auf den Betrag des Pflegegeldes beschränkt.

 

Für alle anderen Personen und gewerblichen Dienstleister zahlt die Pflegekasse bis zu 1.612 € im Jahr. Dabei sind zur Abrechnung der Verhinderungspflege die Belege vorzulegen.

 

Auch kann 50% der Kurzzeitpflege angerechnet (kombiniert) werden, sofern für diesen Betrag im laufenden Kalenderjahr noch keine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen wurde. Somit würde sich der bereitgestellte Betrag für die Verhinderungspflege auf 2.418 € erhöhen.

 

Wie lange kann Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden?


Ab Januar 2015 maximal 6 Wochen (42 Tage) auch die Kombination von Verhinderungspflege mit der Kurzzeitpflege ist möglich.

 

Wer übernimmt die Pflege während der Verhinderung der Pflegeperson

  • In der Regel wird die Verhinderungspflege von einem ambulanten Pflegedienst übernommen.
  • Es ist aber auch eine vollstationäre Unterbringung in einer von der Pflegekasse anerkannten Pflegeeinrichtung möglich.
  • Außerdem kann die Verhinderungspflege von Freunden, Nachbarn, Verwandten usw. übernommen werden.
     

Wo muss die Verhinderungspflege beantragt werden?

Der Antrag wird bei der zuständigen Pflegekasse gestellt.
Die Pflegekassen empfehlen vor Antritt der Verhinderungspflege sich mit der Kasse in Verbindung zu setzen, um sich über die Höhe und Dauer der Leistungen umfassend beraten zu lassen.

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