Bestimmung einer gesetzlichen Vertretung für Pflegebedürftige

Wenn plötzlich die Situation auftritt, nicht mehr für sich selbst sorgen zu können, stellt sich die Frage, ob der Betroffene mit einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung festgelegt hat, wer seine persönlichen Angelegenheiten organisiert.

 

Sollte dies nicht der Fall sein, muss das Betreuungsgericht (Teil es Amtsgerichts) einen gesetzlichen Betreuer festlegen. Dies bezieht sich aktuell in Deutschland auf knapp 1,3 Millionen Bundesbürger. Seit dem Jahr 1992 hat sich die Zahl der Betreuungen fast verdreifacht.

 

Laut dem Betreuungsgesetz und den entsprechenden Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches werden dem Volljährigen, sofern eine psychische Erkrankung oder eine körperliche, geistige oder seelische Behinderung vorliegt, ein Betreuer zur Seite gestellt. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der Betroffene seine persönlichen Angelegenheiten nicht mehr alleine erledigen kann und dafür Hilfe benötigt. Solch eine Betreuung heißt jedoch nicht, dass der Betroffene entmündigt wird.

 

 

Was ist ein Betreuer und welche Aufgaben hat er?

Ein Betreuer ist ähnlich wie ein gesetzlicher Vertreter bei minderjährigen Kindern, der für den Betroffenen Aufgaben übernimmt, um die sich dieser, aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes, nicht mehr kümmern kann. Das seit 1992 geltende Betreuungsrecht, das zuletzt im Jahre 2009 geändert worden ist, verfolgt das Ziel, den Betroffenen so viel Selbstbestimmung wie möglich zu überlassen. Deshalb dürfen Betreuerinnen und Betreuer nur die Aufgaben übernehmen, bei denen auch eine Betreuung notwendig ist.

Grundsätzlich aber werden die Aufgaben des persönlichen Betreuers vom Betreuungsgericht bestimmt und sind auch im Betreuerausweis hinterlegt.

Dazu gehören beispielsweise der Umgang mit Banken, Behörden, Versicherungen oder auch Krankenkassen.

 

 

Wie lange dauert die Einrichtung einer Betretung?

Zunächst wird die Einrichtung auf ein halbes Jahr reduziert. Danach wird nochmals überprüft, ob eine definitive Betreuung erforderlich ist. Diese werden vom Betreuungsgericht nach sieben Jahren nochmals überprüft, können jedoch zu jeder Zeit vom Amtsgericht aufgelöst werden.

 

 

Stehen mir verschiedene Betreuer zur Auswahl?

Das Gericht hat bei der Entscheidung des Betreuers die Wünsche des Betroffenen zu beachten. Betreuer können z. B. Angehörige, Mitarbeiter der Betreuungsbehörden, ehrenamtliche Mitglieder eines Betreuungsvereins oder Rechtsanwälte sein.

 

Rund 75 % aller Betreuungen werden von Angehörigen oder sozial engagierten Bürgern übernommen. In den meisten Fällen werden vom Gericht pflegenden Angehörige als Betreuer eingesetzt, wenn eine Betreuungsverfügung dies nicht umfasst.

 

Wird ein Vorschlag aufgrund einer Überlastung oder Überforderung abgelehnt, legt das Gericht einen Berufsbetreuer fest. Damit das Betreuungsgericht auch genau erkennt, an welcher Stelle eine Betreuung benötigt wird, wird ein fachärztliches Gutachten eingeholt. Unter Umständen werden die Betroffenen auch von einem Richter zu Hause besucht, um sich ein genaues Bild zu machen. Auch Verwandte und Freunde werden dazu befragt.

 

 

 

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